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Politikversagen auf Kosten von Natur und Weidetierhaltern in Bayern

Förderrichtlinie Herdenschutz / Wolfsmanagement im Kabinett abgesetzt

 

München, den 24.01.2018. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, scheiterte gestern im bayerischen Kabinett eine Entscheidung zum Umgang mit dem Wolf. Damit fehlen weiterhin eine Förderrichtlinie für Präventionsmaßnahmen, die landesweite Beratung der Weidetierhalter und ein professionelles Wolfsmanagement. Bayerns Behörden hatten 10 Jahre Zeit, sich vorzubereiten...

Meldung in der Süddeutschen Zeitung

Die bayerische Politik und insbesondere die zuständigen Behörden (Bayerisches Umweltministerium, Bayerisches Landwirtschaftsministerium und nachgeordnete Behörden) waren seit vielen Jahren in der Pflicht, sich auf die Rückkehr des Wolfes vorzubereiten und sind an dieser Aufgabe bisher gescheitert. Dazu hätten schon lange ausreichende personelle und finanzielle Ressourcen flächendeckend bereitgestellt werden müssen. Auch die für gestern geplante und seit Jahren zwischen den beteiligten Ministerien diskutierte Entscheidung zum Herdenschutz ist nicht zustande gekommen. Dazu Claus Obermeier, Vorstand der Gregor Louisoder Umweltstiftung, die sich mit ihrem Projekt Bayern wild seit vielen Jahren für einen professionellen Umgang mit dem Wolf und Herdenschutz einsetzt: „Gestern war ein schwarzer Tag für den Naturschutz und die Weidetierhaltung in Bayern. Wir erleben hier ein Versagen der amtierenden Staatsregierung auf Kosten von Mensch, Landwirtschaft und Natur in Bayern“.

Wölfe lebten und leben auch heute meistens in Gebieten mit Schaf- und Ziegenhaltung. Dazu wurden über Jahrhunderte bewährte Schutzmaßnahmen entwickelt, die Tierverluste durch Wölfe minimieren. Besonders bewährt haben sich in Mitteleuropa spezielle Herdenschutzhunde, die die Herde aktiv gegen Wölfe verteidigen. Heute stehen mit mobilen Elektrozäunen weitere technische Mittel zur Verfügung, die Übergriffe von Wölfen weitgehend verhindern können. Dies alles kostet Geld und Zeit, daher müssen die schafhaltenden Betriebe umfassend und professionell von den Behörden unterstützt werden, da der Schutz des Wolfes auf der Basis der Gesetze und internationalen Verpflichtungen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist.


Ansprechpartner für Rückfragen und Bildmaterial:

Franziska Baur, Fachreferentin Naturschutz Bayern, franziska.baur@umweltstiftung.com
Telefon: 0176 - 66 75 008

 

 

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